Themen


F&I Governance

Komplexe Herausforderungen wie Klimawandel erfordern die Beteiligung der Gesellschaft und einen Neuansatz in der Wissenschaftspolitik. Die Bundesregierung legt sich im Koalitionsvertrag fest: „Wir wollen Bürgerinnen und Bürger und die Akteure der Zivilgesellschaft konsequent in die Diskussion um Zukunftsprojekte und die Ausgestaltung von Forschungsagenden einbinden.“ Ebenso wird in der Hightech-Strategie die Bedeutung von Partizipation für die Innovationskraft Deutschland  hervorgehoben. Die „Mitgestaltung des Innovationsprozesses durch alle am Innovationsgeschehen Beteiligten“ soll dazu beitragen, dass Innovationen schneller umgesetzt und der Transfer in die Gesellschaft gelingt. Der Wissenschaftsrat stellt in seinem Positionspapier (2015) fest, dass angesichts knapper Ressourcen die Prioritätensetzung und normative Orientierung der Gesellschaft und ihren Akteuren in die Forschungspolitik einbezogen werden müssen.


High-Tech Strategie

Diese ressortübergreifende Strategie der Bundesregierung bündelt die Forschungs- und Innovationsansätze in Deutschland. Der Unterschied zu Forschungs- und Innovationsstrategien der Vergangenheit liegt nach Angaben der Bundesregierung darin, dass sie sich an den prioritären Zukunftsaufgaben für Wertschöpfung und Lebensqualität orientiert. „Ausgangspunkt der neuen Hightech-Strategie sind die Fragen nach den Quellen unseres zukünftigen Wohlstands (Womit wollen wir unsere wirtschaftliche Leistungskraft sichern?) und nach unserer Lebensqualität (Wie wollen wir morgen leben?).“ Allerdings ist sie nach wie vor technologiezentriert: „ Die Bundesregierung adressiert damit innovative Lösungen, die durch eine hohe wissenschaftlich-technische Dynamik geprägt werden und mit denen Deutschland im internationalen Wettbewerb Innovationsvorsprünge realisieren kann.“ In der letzten Legislaturperiode wurden “unter dem Dach der Hightech- Strategie insgesamt rund 27 Mrd. Euro in die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen für umweltfreundliche Energie, weiterhin leistungsfähige Gesundheitsversorgung, nachhaltige Mobilität, sichere Kommunikation und einen zukunftsfähigen Produktionsstandort Deutschland investiert.”


BioÖkonomie 2030

Bioökonomie wird definiert als Summe aller industriellen und wirtschaftlichen Sektoren, die biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen nutzen. Das bedeutet die Umstellung einer erdölbasierten auf eine biomassebasierte Wirtschaft. Um diese Transformation zu bewältigen, wird vorwiegend in technologiezentrierte Innovationen investiert. Die Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 formuliert: „Den Klimawandel zu bewältigen, ist eine der größten globalen Menschheitsaufgaben des 21. Jahrhunderts. Die Herausforderung liegt darin, unter veränderten klimatischen Bedingungen die wachsende Weltbevölkerung mit ausreichend Nahrungsmitteln und zugleich mit nachwachsen- den Rohstoffen für die stoffliche und energetische Nutzung zu versorgen. Die „Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ strebt deshalb eine am natürlichen Stoffkreislauf orientierte bio- basierte Wirtschaft an, die mit Technologie und Ökologie im Einklang steht.“